Elena Becker MA

Kausale Transaktion oder: die „generische“ Struktur

>> Weil es anscheinend die „Sache“ erfordert, soll die bundeswehrinterne (sog.) „KSK“- „Einheit“ nicht nur reduziert, sondern ganz „aufgelöst“ werden.

Verteidigungsministerin A. Kramp-Karrenbauer („AKK“) begründete diese Maßnahme mit der Bildung rechts-lastiger bzw. nationalistisch motivierter „Strukturen“ in der Bundeswehr.

In -unmittelbarer- Verbindung damit stellte das Ministerium das Fehlen von Sprengstoff- Vorräten fest.

Die USA, die die weltweit höchste Zahl an „Covid-19“- Infektionen bzw. „positiv“ (Selbst-)Getesteten aufweist, hat fast die gesamte Produktion des („Corona“-)Mittels („Remdesivir“) aufgekauft.

Auch Deutschland soll sich zuvor das nötige Quantum des Medikaments „gesichert“ haben.

Um -“drohende“- Insolvenzen der deutschen Wirtschaft zu verhindern, will die Regierung A. Merkel auf -instantieller- Ebene der EU-Ratspräsidentschaft (Deutschlands) eine -beschleunigte- Einigung über EU- Zuschüsse „generieren“.

Die Grünen kritisierten die -Ebenen übergreifenden- (sozialen) Konsequenzen, die durch die (faulen) Geschäfte einer mittlerweile (insolventen) „Investment“-Bank und das verspätete Eingreifen entstanden sind.

Es ist -auf allen (Struktur-)Ebenen- dieselbe Frage, ab welcher „Schwelle“ (Th. W. Adorno)1 die -absolute- Sache (lat. „causa“) „an sich“ (E. Husserl) oder -semantische- Relevanz (wieder-)erscheint, die in spezifisch politischen Zusammenhängen gemeinhin als „Politikum“ bezeichnet wird.

Die -ontologische- Feststellung der Soziologie (N. Luhmanns), „alles ist politisch“, ist -potentiell- so zutreffend wie die Aussage der französischen (kritischen) Analyse (J.-F. Lyotards)2, wonach in einem „kapitalistischen“ System der „despotische“ Typus in allen (über-)individuellen „Gestalten“ dominiert.

Genauso die -stereotypen- Hypothesen, denzufolge in -informal- „vernetzten“ Systemen ein (dys-)funktionaler „Kommunikationsüberschuß“ (N. Luhmann) eintritt und ein von dieser technischen (Kommunikations-) Welt „isoliertes“ Individuum -technisch- „unmöglich“(H. Marcuse)3 sei

Schließlich verwandeln sich solche – thesenbildende- „Positionen“ in (ebensolche) Hypotheken (Adorno, ebd.), die als Surrogate für das gesellschafts-theoretisch aufgekündigte „Transzendental“-denken I. Kants zum Einsatz kommen.

Nur (noch) ein -das- „politische“ Bewußtsein bzw. Subjekt liefert -affirmiert- (sich) den -“positiven“- Beweis für die I. Kant´sche „Hypostasis eines ursprünglichen Aktes absoluter Freiheit“.(Th.W. Adorno. Negative Dialektik. S. 247)

Deren (In-)Begriff oder „Dispositiv“(M. Foucault) wurde indessen im -“allgemein“ verfügbaren resp. „vergesellschafteten“(Adorno)- „Kulturgedächtnis“ aufgespeichert und via einer -T. Parsons- „structural drift“ auf die am Ereignis-Geschehen un-beteiligte „transzendentale Position“(R. Rorty)4 verschoben. In J. Deweys (Die Suche nach Gewißheit) Worten: in eine „Translationsbewegung“5 versetzt und damit endgültig aus dem „Bezugssystem“ eliminiert.

Wo andererseits der (sog.) “logische Raum“(R. Rorty) also nicht mehr im transzendentalphilosophischen Sinn: „problematisch“ erweitert wird, sondern in ein -expansives- „Problem“- und pragmatisches wie operationales „Beobachtungsfeld“(J. Dewey)6 transformiert wird und von einem „rein“ -pragmatisch denkenden und handelnden- Subjekt usurpiert wird, ist an die -leere- Position des Transzendenten eine -andere-, H. Marcuse:“imponierende Struktur“(Marcuse, S. 113) getreten, die danach strebt, alle -alternativen, oppositionalen- Potentiale und Dynamiken „an sich zu reißen“(R. Rorty, S. 276).

Es mag sich dabei ebenso um Kongregationen, also politisch-nominalistische Organisationsbildungen handeln, die „militärischer“ Natur sind oder -das Resultat- ökonomischer „Verkettungen“(Dewey/ Rorty, S. 276), in denen -G.W.F. Hegel7- die aus dem Element des „Organischen“ stammende und konservierte „Inkommensurabilität“(Hegel, ebd.) in abstrakte (Struktur-)Verhältnisse und -gesetze inventarisiert und „verschmolzen“(Hegel/Marcuse, S. 112), zu einer in-differenten Totalität und Formidentität synthetisiert sind.

Von dieser (sich) „imponierenden“ Totalität urteilt H. Marcuse:“Diese Struktur läßt keinen Raum für Unterscheidung, Entwicklung und Differenzierung des Sinns.“(H. Marcuse. Der eindimensionale Mensch. S. 112).

Stilistisch ist, Marcuse:“(D)er Gebrauch von [denotativen] Abkürzungen durch Bindestriche..., weit verbreitet... Solche Konstruktionen sind vielleicht nicht zufällig, besonders häufig in Sätzen, die Technik, Politik und Militärisches vermischen. Begriffe, die ganz verschiedene Bereiche oder Qualitäten bezeichnen, werden zu einem festen, überwältigenden Ganzen zusammengezwungen.“(ebd.)

Von dieser elementar bzw. mit (pseudo-)“archaischen“ Zeichen wie der (sog.) „Nation“, die zumal in Deutschland historisch eine eher späte Erscheinungsform8 repräsentiert(!), vesetzten (Struktur-)Totalität kann sich allenfalls ein -das- „exponentielle“ -despotische (Adorno/ Lyotard)- Subjekt selbst „isolieren“, das sich aus dem „institutionelle(n) Informationsnetz“(Foucault/ Deleuze. Der Faden.)9 und der -nationalen- „Verschmelzungssynthese“(ebd. S. 99) von dem Moment an des-integriert und ausschließt, in dem es diese von oben „volutioniert“ d.h. aristotelisch: un-bewegt bewegt.

Im -faschistischen- Denken und Habitus liegt hierin kein -reflektierter- Widerspruch:“Je reicher ein Allgemeines mit den Insignien des Kollektivsubjekts ausgestattet ist, desto spurloser verschwinden darin die Subjekte“(Adorno, S. 332) -nicht der „Staat“ durch (Konter-)Revolution.

Andererseits, so notiert Adorno:“Je undurchsichtiger und entfremdeter die Gewalt des sich durchsetzenden Allgemeinen, desto ungestümer das Bedürfnis, sie kommensurabel zu machen. Dafür müssen die [sog.] Genies herhalten, die militärischen und politischen zumal. Ihnen wird die Publizität in Überlebensgröße zuteil, die von eben dem Erfolg sich herleitet, der seinerseits aus individuellen Qualitäten erklärt werden soll, deren sie meist ermangeln.“(Adorno, S. 335)

Die -per Subreption (I. Kant)- von diesem despotischen Subjekt (Adorno, S. 334) Subjekten -für sich- reklamierte „Substantialität“(ebd.), die sich auf -E. Husserl:- „sedimentierte Bedeutungen“10 beruft und die R. Dawkins neutral „Meme“ nennt, wird gleichbedeutend einer platonischen „Methexis am Idealen“(Husserl, S.22) mit der („superlativen“) Idealität selbst in eins gesetzt und abstrakt einer realen bzw. heterogen beeinflußten -historischen- Kulturentwicklung sup-imponiert.

Dem widerspricht auch nicht, daß sich diese -nationalistischen- Tendenzen des öfteren auch als „Avantgarde“ zu „bedeuten“ geben.

Dieses Phänomen läßt sich ähnlich oder anhand eines physikalischen Experiments illustrieren, das J. Dewey zur Veranschaulichung -ungleichzeitiger- „lokaler“ bzw. regionaler Ereignisse heranzieht, die einer anderen -“generischen“- Zeit der Relativitätstheorie (Dewey, S. 146) unterworfen und darin ungeachtet ihrer (sog.) Eigenzeit „vergleichzeitigt“ sind.

Bei dieser experimentellen „Versuchsanordnung“(ebd. S. 147) werden, J. Dewey:“zwei Lichtblitze, die an sich nicht in ein und demselben Beobachtungsfeld enthalten sein können, zu einem Spiegel reflektiert.“(ebd.)

Diese unterschiedlichen Ereignis-Zustände, die E. Bloch andernorts und mit Blick auf -regionale- „Kultur“-(Rück-)stände und zugehörige -politische- Mentalitäten als „Ungleichzeitigkeiten“ paraphrasiert, können sich simulieren oder dis-simulieren (J. Baudrillard), weil sie aus einer materialistisch gesehen, identischen -generischen- Strukturobjektivität hervorgehen, die tatsächlich rein „virtuell“ existiert d.h. aus „virtuellen Verbindungen“(Marcuse, S. 89) besteht, die nur von einseitigen Absolutsetzungen „gesprengt“(ebd.) wird.

Der Verlust einer -absoluten- „Gleichzeitigkeit“ rekapituliert aber nur den in einem nüchternen Wort: zivilisatorisch bedingten Verlust „persönlicher Beziehung“(M. Horkheimer)11 für das nicht mehr „korpuskelhafte“, wenngleich inkorporierte Subjekt überhaupt, sei es in -rein- physikalischen Relationen, in denen das -transzendentale- („Urteils“-)Subjekt neurologisch vermittels bzw. über „kausale Transaktionen“(Rorty, S. 206) dis-poniert und aufgelöst, „flüssig“ (Lyotard)12 gemacht wird.

Sei es, daß es u.a. in un-mittelbar lebensweltlichen Beziehungen als Konsument und Verbraucher von Konsumgütern und anderen (Lebens-)mitteln „von oben“(Horkheimer) reglementiert und „fremd“-bestimmt wird.

Dazu stellt M. Horkheimer grundsätzlich fest:“Von der Änderung der für das gesellschaftliche Leben und die Selbsterfahrung jedes Einzelnen weitgehend kennzeichnenden Situation des [kommerziellen] Kunden, die sich heute vollzieht, bleibt die menschliche Verfassung, in die rasende ökonomisch-technische Entwicklung ohnehin mit einbezogen, nicht unberührt.“(Horkheimer, S. 328)

Zugleich aber, so Horkheimer weiter:“reduziert [diese] sein eigenes Urteil für Differenz. Die Aufmerksamkeit gilt der Statistik, der Menge der Verbraucher.“(ebd.) Jede dieser politisch veranlaßten Umstellungen und „Eingriffe“(M. Foucault) ist aber jederzeit auch wieder und in jede beliebige (Rück-)Richtung revidierbar.

Wie auch -möglicherweise- im folgenden von Horkheimer geschilderten Fall:“Noch kürzlich sandte Präsident Johnson eine Botschaft mit der Forderung weiterer Gesetze, die den Käufer sichern sollen... Die Vorstellung, daß der Kunde sich selbst vorzusehen habe, sei überholt, es komme unter anderem auf exakte Etikettierung, vollständige und klare Bezeichnungen an... Die persönliche Beziehung wird abgelöst.“(M. Horkheimer. Zur Kritik der instrumentellen Vernunft. S. 329) E.B.