Elena Becker MA

Der „gesteigerte“ Wille oder: Praxis-Übergang

>> Laut Aussage des deutschen Innenministers H. Seehofer ist Seehofer nicht mehr „willens“, eine zuvor aufgrund einer (Polizei-)“kritischen“ Kolumne angekündigte Anzeige zu erstatten.

Auf anderer -außenpolitischer- Ebene erklärte US-Präsident D. Trump seine un-verrückbare Absicht, die in Deutschland stationierten US-Truppen zu reduzieren und nach Polen „abzuziehen“.

Als Grund dieser -topologischen „Umbildung“(G. Deleuze/Der Faden)1- bezeichnete Trump die „unzureichende“ deutsche Beteiligung am Militärbündnis.

Zum „Ausgleich“ für den Rückzug der USA aus der „WHO“ bekräftigte die Bundesregierung ihre Bereitschaft, ihren finanziellen Beitrag auf Milliardenhöhe zu vervielfachen.

Diese Mittel sollen u.a in die Produktion -und Verteilung- des „potentiell“ wirksamen Impfstoffs („Remdesvir“) fließen.

Außer auf dem -staatlich subventionierten- Gesundheitssektor steigt bei deutschen Firmen und Institutionen die Tendenz zu Investitionen in „nachhaltige“ Projekte (etc.).

Im Gegensatz dazu sinkt bundesweit die Ambition, einen höheren Bildungsabschluß anzustreben.

Ist im (sog.) Positivismus resp. dem ihm assoziierten Pragmatismus von einer „Transposition“ die Rede, kann es sich eigentlich nur um ein -mobiles- Ereignis wie beispielsweise eine Truppenverlegung handeln.

Auch, wenn diesbezügliche „frequentierte“ bzw. „regionale“ Aussagen oder „Propositionen“(G. Deleuze, ebd. S. 65) in den politischen Formulierung als „Willlenskundgebungen“ vorkommen, die von einem politischen Subjekt „ausgesendet“ (ebd. S. 62) werden, also -noch so-“dezisionistisch“(Th.W. Adorno)2 erscheinen, enthalten und beziehen diese Feststellungen(!) eine -(selbst-)identische („selbstreferentielle“, N. Luhmann) bzw. affirmative- „Position“(!), die zumindest keiner -inneren- (Natur-)Dialektik korrespondiert.

Zwischen einer propositionalen Aussagenformation und dem -unmittelbaren- „Übergang“ des dezisionalen „Willens“ (Adorno, S. 228) in „Praxis“ (ebd.) besteht tatsächlich nur eine -rein- „abstrakte“ Differenz d.h. eine (tauto-)“logische“ oder „affirmative“, zugleich intransparent bleibende.

Diese -determinierende, „spontaneistisch“ wirkende- Positionierung kann sich ebensowohl und noch so als „konstitutive“ Funktion des -I. Kant´schen- transzendentalen Subjekts, Transzendenz überhaupt, ausgeben, das der Positivismus (Deleuze, S. 63) und nicht anders der anti-teleologische Pragmatismus (J. Dewey/ R. Rorty)3 der „Praxis“-Wirklichkeit noch als -abgelehnte- „Prärogative“ voraus zu setzen scheint, insofern dessen Stelle bzw. „Platz“ entweder vakant oder austauschbar und anonym „besetzt“ bleibt.

Dazu erklärt G. Deleuze:“Man braucht nicht wunder wer zu sein um eine Aussage zu produzieren. Die Aussage bezieht sich auf kein Cogito, auf kein transzendentales Subjekt, das sie ermöglicht, kein(?) Selbst, das sie zum ersten Mal ausspricht (...). keinen (?) Zeitgeist,... Wohl verweist ein Satz auf einen Autor und eine Proposition auf ein Subjekt `eine Aussage, aber verweist innerhalb einer Region ihres Raumes auf einen determinierten und leeren Platz, der wirklich von verschiedenen Individuen ausgefüllt werden kann´ ... Dieser leere Platz ist aber nur ein besonders definierter singulärer Punkt. Und eben weil verschiedene Individuen [Subjekte] ihn einnehmen können, ist die Aussage der spezifische Gegenstand einer Häufung, gemäß der sie sich erhält, überträgt oder wiederholt. Die Häufung ist so etwas wie die Einrichtung einer [akkumulierten] Vorrats,...“(G. Deleuze. Der Faden ist gerissen. S. 63)

Die -topologisch- an ihre („Akkumulations“-)Häufigkeit bzw. Anhäufung gebundene, nicht wertspezifsche (o.ä.) Aussage „lebt“(G. Deleuze) -solange- an ihrem -fortdauernden- Platz in der -Hegel- abstrakten Identität eines naturähnlichen Anfangs-Zustands oder -konservierter- Kohärenz (R. Rorty)4, die sich darin genügt, ein „Sprachspiel“ (ebd.) end-los zu perpetuieren.

Ein gewohnheitsmäßiges „Spiel“(L. Wittgenstein), das durchweg ohne intellektuelle Qualifikation gespielt werden kann und von jedweden, R. Rorty:“Personen, die Krakel und Geräusche als Werkzeuge zur Erfüllung bestimmter Zwecke [einsetzen]“5 oder einfach, zumal in einem „zweckfreien“ Spiel, das ganz und gar schematisch, nicht imaginär abläuft, darin besteht, diese zu re-produzieren.

Die re-formale „Metamorphose“(J.-F. Lyotard)6, die -keine- Veränderungen, sondern eine -gleiche- (Re-)Produktion „ritualisiert“ und genauso wenig eine -intellektuelle oder (vor-)bildliche- Erinnerung „repräsentiert“, verharrt auf dem „festen“ (Ausgangs-)Boden, von dem aus sich jede -konkrete- Fragestellung wie z.B. „Was ist das Politische?“ (Rorty, S. 476) in sich zurück biegt und dabei entweder das „Kapital“ (Lyotard, S. 20), das den Einsatz des (Investitions-)Spiels bildete, maximiert oder den -dezisionalen- Willen (lat. voluntas, voluntation) wieder in-volutioniert und re-affirmiert.

Totalitäre Systeme und ihre damit korrelierten „Exponenten“ liefern die profane und trost-lose Antwort, besser: (politische) Überantwortung zu der „voluntaristisch“ inszenierten, mit der „(pseudo-)affirmativen Operation“(Lyotard, S. 19) und auf der („struktur“-)Ebene eines -geistlosen- „Milieus“ (Deleuze/ Bergson) re-fusionierten (Des-)Organisationsform, für die der „Faschismus“ -eine- politische Bezeichnung vorstellt(!).

In dieser -irrationalistischen- Ungestalt wurde nicht die -virtuelle “Sehnsucht“- nach einer etwa geistigen Transzendenz7 („Erhabenheit“, Rorty) konkret, auf die der Pragmatismus „verzichtet“(ebd.), während angeblich die „Radikalen“8 nach pragmatistischer Skala davon angetrieben werden, sondern eine -soziologisch:-reversive “Umgründung“(N. Luhmann) vorgenommen eines -fluktuierenden oder flottierenden- Signifikanten auf einen -cartesianischen- „festen Punkt“ (lat. fundamentum inconcussum)9 und darin auf einen Punkt geschrumpft, der zugleich den „archimedischen“ einer fundamentalen Vernunft und der un-organisierten Erde wieder „aus den Angeln hebt“.(H. Blumenberg. Die Sorge geht über den Fluß. S. 106)

Das „Moment der freien Variation“(Blumenberg, S. 148), das A. Schopenhauers „metaphysischer“ Wille in seiner „psychophysischen“ (R.Rorty) Selbsttranszendenz und Steigerung als „Welt der Vorstellung“ konkretisiert, von anderen „Kosmogonien“(ebd.) bzw. „potentiellen“ Universen differenziert und zu einer -stabilen bzw. konsistenten- Realität formt, ist so in der objektiven „Dimension“(J. Baudrillard)10 zwar einmalig „sichtbar“ (ebd.) geworden.

Aber auch nach ihrem Verschwinden bleibt diese und andere „Variationen“ als -negierte- „Möglichkeiten)“(N. Luhmann) aus -soziologischer, vom Positivismus beeinflußter Deutungsperspektive (N. Luhmanns)- „potentiell“ und -nachhaltig- möglich, um als solche zu „provozieren“(N. Luhmann. Die Politik der Gesellschaft. S. 178).

Das „Schema“(!) ist nicht zwangsläufig auch im -voluntaristischen- Willen zu sehen. In H. Bergsons Materialismus(!)11 etwa zeichnet sich dieser oder sein „Subjekt“ erst vor dem -dunklen- Hintergrund einer Objektivität ab, die im -selektiven- („Körper-)Schema -umgekehrt- erhellt und -den Körper, nicht das Bewußtsein- dabei als unveränderlich konstituiert, wobei sich das Subjekt-Denken mit diesem schematisierenden Medium zu ein- und derselben „Potentialität“(J.P. Sartre)12 vermischt.

Die einander durchdringenden Potentialitäten spiegeln sich, in einem -umgekehrten (J. Baudrillard, ebd.)- „Sprach“- oder Frage-Antwort-“Spiel“. Sie „beugen“(Baudrillard, ebd.) sich den „Differen(zen)“(ebd.) oder re-flektieren dieser in ihrer -negierten- Möglichkeit, während sie damit konfusioniert und mit diesen „In-köhärenzen“(Rorty, S. 477) d.h. mit den „Kräften der Finsternis“(Rorty, ebd.) -nach wie vor- „im Bunde“(ebd.) zu stehen scheinen.

So gesehen gibt es keinerlei -semantische, doxographische (Rorty) oder systemische- Kohärenz, in der nicht auch -abweichende- Inkohärenzen remanieren, die in den „objektiv geistigen“ (H. Marcuse)13 wie den mathematischen oder physikalischen „Formeln“ oder in den -reduzierten- „operationalen“ Begriffen (Marcuse) der Praxis und ihrem -(pseudo-)konkret „beschreibenden“- Sprachstil konserviert sind, die ein für allemal an die Stelle der „verhaßte(n) Welt metaphysischer Geister“(Marcuse, S. 201) gesetzt sind.

Der transformatorische Wandel der -systemischen- „Gestalten“(J.P. Sartre) kann zwar -verschiedenerlei- „kausal-mechanisch“, „synergetisch“ z.B. durch „Symmetriebrüche“ erklärt und deduziert werden, wenn nicht aus der „teleologischen“ Naturdialektik oder aus der omnivisuellen Perspektive einer -“Laplace´schen“- Intelligenz abgeleitet.

Unerläßlich dabei und dringender denn je aber erscheint der „Rückgriff auf ein [rationales] Bewußtsein“(J.-P. Sartre. Transzendenz des Ego. S. 281), in dem zugleich -Th.W. Adorno:- „die Spur des Willens [zuckt]“. (Th. W. Adorno. Negative Dialektik. S. 228) E.B. .